Risikoanalyse: Sturm bei Veranstaltungen

Am Beispiel “Historischer Markt Bad Essen”

Eine systematische Vorgehensweise bei einer Risikoanalyse für eine Open-Air-Veranstaltung im Kontext von Sturm- oder Starkwindgefährdungen könnte wie folgt aussehen:

Schritt 1: Identifikation möglicher Risiken & Gefährdungsbeschreibung

Identifizieren Sie die spezifischen Gefährdungen, die durch Sturm oder Starkwind entstehen könnten, wie z. B. Windböen über 60 km/h. Listen Sie diese spezifischen Risiken auf und beschreiben Sie die jeweiligen Gefährdungsfaktoren.

Hinweis: Berücksichtigen Sie auch alle betroffenen Personen und Infrastrukturkomponenten, einschließlich:

  • Besucher*innen
  • Personal
  • Künstler*innen
  • Technik

(→ Wer ist betroffen?)


Beispiel 1: Herabfallende Äste oder lose Fassadenteile

Durch herabfallende Gegenstände können Personen vor Ort (Besucher*innen, Mitarbeiter*innen etc.) getroffen und verletzt werden. Beispielhaft genannt werden kann hier der Marktplatz beim Historischen Markt in Bad Essen, der eine Vielzahl an alten, hohen Bäumen vorweist.

Beispiel 2: Versagen der temporären Infrastruktur (z. B. Pavillons unter Windlast)

Aufgestellte Pavillons können bereits bei schwachen Windböen abheben und so nicht nur die darunter platzierten Waren, Materialien oder technische Ausstattung beschädigen, sondern auch eine erhebliche Gefährdung für Personen im direkten Umkreis darstellen.

Insbesondere lose angebrachte Strukturen im historischen Stil (z. B. beim Historischen Markt Bad Essen), wie etwa Leinentücher als erweiterte Dachkonstruktion, stellen ein erhöhtes Risiko dar.


Schritt 2: Erstellung der Risikomatrix & Bewertung der Risiken

Bewerten Sie die identifizierten Risiken mithilfe einer Risikomatrix (Beispiel siehe unten), die sowohl die Eintrittswahrscheinlichkeit als auch das mögliche Schadensausmaß berücksichtigt.

  • Bewertung der Eintrittswahrscheinlichkeit
  • Bewertung des möglichen Schadensausmaßes
  • Ermittlung des Risikograds (z. B. niedrig, mittel, hoch)

Auf Basis dieser Risikobewertung lassen sich prioritäre Handlungsfelder identifizieren und geeignete Maßnahmen ableiten.

Risikomatrix für Veranstalter
Grafik: Risikommatrix zur Ableitung von Maßmahmen und Handlungsempfehlungenrtung der

Beispielhafte Risikobewertung

Beispiel 1: Herabfallende Äste oder lose Fassadenteile

  • Herabfallende Äste oder lose Fassadenteile können für Personen auf dem Marktplatz bereits bei leichten Windböen eine erhebliche Gefahr darstellen.
  • Die Eintrittswahrscheinlichkeit ist daher als hoch einzustufen.
  • Wird eine Person von einem Ast oder Bauteil getroffen, ist auch das mögliche Schadensausmaß als hoch zu bewerten.
  • In der Gesamtbewertung ergibt sich somit ein hoher Handlungsbedarf.

Beispiel 2: Versagen der temporären Infrastruktur (z. B. Pavillons unter Windlast)

  • Die Eintrittswahrscheinlichkeit des Versagens loser, temporärer Infrastrukturen wie Pavillons ist als eher hoch einzuschätzen.
  • Auch das mögliche Schadensausmaß wird als hoch bewertet.
  • Daraus resultiert ebenfalls ein hoher Handlungsbedarf.

Schritt 3: Folgemaßnahmen nach der Risikobewertung

Erstellen Sie auf Grundlage der Ergebnisse der Risikomatrix eine Maßnahmenliste. Diese sollte konkrete Handlungsstrategien zur Risikominderung enthalten, wie z. B.:

  • Sichern loser Gegenstände
  • Verstärken oder Nachrüsten temporärer Bauten
  • Festlegung klarer Verantwortlichkeiten für die Umsetzung der Maßnahmen
  • Überprüfung der Umsetzung vor Veranstaltungsbeginn
  • Laufende Kontrollen während der Veranstaltung, insbesondere bei bestehenden Sturmwarnungen
  • Überprüfung ggf. mitgebrachter Strukturen von Aussteller*innen
  • Erstellung eines klaren Kommunikationsplans, um auf Wetteränderungen kurzfristig reagieren zu können