Über das Projekt

KlimaEvent

Sicherheit, Verantwortung und Vorsorge bei Veranstaltungen im Klimawandel

Extreme Wetterereignisse wie Hitze, Sturm und Starkregen stellen öffentliche Veranstaltungen zunehmend vor Herausforderungen. Der Klimawandel führt zu einer höheren Eintrittswahrscheinlichkeit solcher Ereignisse und verändert damit die Anforderungen an Planung, Organisation und Durchführung von Veranstaltungen im öffentlichen Raum. Veranstalter*innen und genehmigende Stellen stehen dabei in besonderer Verantwortung für den Schutz von Besucher*innen, Mitarbeiter*innen sowie für die Infrastruktur am Veranstaltungsort.

Das Projekt KlimaEvent unterstützt Kommunen und Veranstalter:*nnen dabei, dieser Verantwortung gerecht zu werden und klimabedingte Risiken systematisch in die Veranstaltungsplanung einzubeziehen.

Sichere Veranstaltungen als Standort- und Imagefaktor

Ein verantwortungsvoller Umgang mit klimabedingten Risiken dient nicht nur der rechtlichen Absicherung, sondern auch der Qualität und Attraktivität von Veranstaltungen. Wer Sicherheit und Wohlbefinden von Besucher:innen, Mitarbeiter:innen und allen weiteren Beteiligten in den Mittelpunkt stellt, schafft Veranstaltungen, an denen Menschen gerne teilnehmen. Langfristig stärkt dies Nachfrage, Akzeptanz und Attraktivität – auch für Künstler:innen und externe Akteur:innen.

Gleichzeitig sind Veranstalter*innen gesetzlich verpflichtet, Besucher*innen,  Mitarbeiter*innen und Auftragnehmer*innen vor vorhersehbaren Gefahren zu schützen. Extremwetterrisiken müssen fortlaufend beobachtet und bewertet werden. Gerichte und Versicherungen erwarten zunehmend den Nachweis, dass Wetterbedingungen überwacht, Risiken erkannt und Maßnahmen auf Basis etablierter Schwellenwerte getroffen wurden. Ein ausgeprägtes Wetterbewusstsein ist damit ein zentraler Bestandteil der Fürsorge- und Verkehrssicherungspflicht sowie einer nachvollziehbaren Entscheidungsfindung.

Unterstützung bei Fürsorgepflicht und Risikobewertung

Ziel von KlimaEvent ist es, praxisorientierte und nachvollziehbare Handlungshilfen bereitzustellen, die Verantwortliche bei der Wahrnehmung ihrer Fürsorgepflicht unterstützen. Die entwickelten Maßnahmen und Empfehlungen helfen dabei, potenzielle Gefährdungen frühzeitig zu erkennen, Risiken zu bewerten und angemessene Schutzmaßnahmen zu planen und umzusetzen.
Im Fokus stehen dabei insbesondere:

Wissenschaftlich fundierte Entscheidungs­grundlagen zur Stärkung der Klimaanpassungs­kompetenz

Das Projekt KlimaEvent bündelt wissenschaftliche Erkenntnisse zu klimatischen Risiken mit Erfahrungen aus der kommunalen Veranstaltungspraxis. Auf der Basis von Schwellenwerten wurden z. B. Warnstufen und Maßnahmenkataloge für unterschiedliche Extremwetter entwickelt, die eine sachgerechte und begründbare Entscheidungsfindung ermöglichen.

Auf dieser Website werden als Projektergebnis nutzbare Materialien wie Maßnahmenkataloge und Checklisten zur Verfügung gestellt. Diese unterstützen Verwaltungen und Veranstalter*innen dabei, Klimaanpassung als festen Bestandteil der Veranstaltungsplanung zu etablieren und Entscheidungen transparent, nachvollziehbar und verantwortungsbewusst zu treffen.

Da Veranstaltungen hinsichtlich Größe, Ort, Dauer und Infrastruktur stark variieren, verzichtet KlimaEvent bewusst auf starre Vorgaben. Stattdessen bietet das Projekt eine strukturierte Grundlage, auf deren Basis Maßnahmen situationsgerecht ausgewählt und dokumentiert werden können.

Projektstruktur und beteiligte Partner

KlimaEvent ist ein gemeinsames Forschungsprojekt der Hochschule Osnabrück, der Universität Osnabrück und der Gemeinde Bad Essen. Die wissenschaftlichen Partner übernehmen Analyse, Bewertung und fachliche Einordnung klimatischer Risiken. Die Gemeinde Bad Essen bringt als Praxispartner konkrete Erfahrungen aus der kommunalen Veranstaltungsorganisation ein.

Weitere Kooperationspartner sind das German Convention Bureau e.V., das Regionalmanagement Wittlager Land sowie der Landkreis Osnabrück. Diese Zusammenarbeit stellt sicher, dass die entwickelten Empfehlungen sowohl wissenschaftlich belastbar als auch für Verwaltungs- und Entscheidungsprozesse praktikabel sind.

Gefördert wird das Projekt KlimaEvent vom Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit.

Einordnung in die Deutsche Anpassungs­strategie und Förderung

KlimaEvent ist Teil der Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel (DAS) der Bundesregierung, dem nationalen Rahmenwerk zur systematischen Vorbereitung auf die Folgen des Klimawandels in Deutschland. Die DAS verfolgt das Ziel, Verwundbarkeiten in natürlichen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Systemen zu identifizieren, Anpassungsbedarfe zu benennen und gemeinsam mit relevanten Akteur*innen geeignete Maßnahmen zur Klimaanpassung zu entwickeln und umzusetzen.

Das Projekt KlimaEvent wird gefördert im Rahmen der Förderrichtlinie „Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels“, einem Förderprogramm des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN), das Teil des Aktionsprogramms „Natürlicher Klimaschutz“ ist. Diese Förderrichtlinie unterstützt Kommunen, kommunale Einrichtungen und andere Akteur*innen dabei, Anpassungsprozesse an die Folgen des Klimawandels frühzeitig, systematisch und im Einklang mit Nachhaltigkeitszielen anzugehen. Sie schafft gezielt Anreize für eine strategische Steuerung von Anpassungsvorhaben, die sowohl Konzeptentwicklung als auch innovative Projektumsetzungen umfasst.

Durch die Förderung im Rahmen der DAS leistet KlimaEvent einen konkreten Beitrag zur Stärkung von Vorsorge, Handlungskompetenz und Resilienz im Bereich öffentlicher Veranstaltungen. Das Projekt adressiert praxisnahe Klimaanpassungsmöglichkeiten, die Kommunen und Veranstalter*innen dabei unterstützen, strategisch auf Herausforderungen wie Hitze, Sturm und Starkregen vorzubereiten und in einem zweiten Schritt geeignete Maßnahmen zu planen und umzusetzen.

Publikationen:

Griese, K.-M., Werner, K. & Dresing, M. (2024)

Dead or alive – climate adaptation phases in the event industry: a systematic literature review. Journal of Policy Research in Tourism, Leisure and Events. Advanced online publication. 17(4), 940–962.

Hoth, L. (2024)

Klimaanpassung verringert Risiken für Veranstaltungen. Wissen Hoch N.

Werner, K., Griese, K.-M., & Hoth, L. (2024)

The Acceptance of Climate Adaptation Measures in the Event Industry: A Conceptual and Empirical Overview. Event Management. 28(1), pp. 105-127(23).

Griese, K.-M., Hoth, L. & Werner, K. (2025)

Die Akzeptanz von Klimaanpassungsmaßnahmen auf kommunalen Veranstaltungen: Die Fallstudie der Gemeinde Bad Essen in Niedersachsen. In Zanger, C.: Events in Zeiten von Multikrisen, Markenkommunikation und Beziehungsmarketing

Werner, K., Griese, K.-M., & Franz, M. (2025)

Events and climate change: Policy responses and adaptation strategies for the events industry. Journal of Policy Research in Tourism, Leisure and Events, 17(4), 871–875.

Werner, K., Griese, K.-M., Hoth, L. (2025)

Der Klimawandel und seine Folgen: Klimaanpassungsmaßnahmen für Veranstaltungszentren. In: Luppold, S., Werner, K. (eds) Workbook Location-Management. Springer Gabler, Wiesbaden.

Konferenzbeiträge

11/2024: Klimafolgenanpassung in der Veranstaltungsbranche

Erste Ergebnisse aus einem Forschungsprojekt mit dem BMUV. Vortrag beim 64. Messearbeitskreis Wissenschaft, Hannover, 25./26.11.2024 (Kim Werner, Laura Hoth, Kai-Michael Griese)

11/2024: KlimaEvent

Klimaangepasste Events durch resiliente Wertschöpfungsketten: Vortrag beim Niedersachsencamp 2024; „Städtetourismus nachhaltig gedacht“; 18.-20.11.2024, Osnabrück (Kim Werner, Laura Hoth, Kai Michael Griese)

11/2024: „Die Bedeutung von Vertrauen für das Risikomanagement bei Veranstaltungen

Eine Analyse der Veranstaltungstechnik“, Wissenschaftlicher Vortrag im Rahmen des AK Industriegeographie, Wiesbaden-Naurod (Laura Hoth)

06/2024: “KlimaEvent

Ein Projekt der Universität und Hochschule Osnabrück am Beispiel der Gemeinde Bad Essen“, Projektvorstellung im Rahmen der Akademie in ländlichen Räumen, Verden. (Laura Hoth)

06/2024: “Connecting strategies for addressing climate change mitigation and adaptation within the context of events and tourism

A Case Study of Bad Essen, Germany”, Wissenschaftlicher Vortrag im Rahmen der Konferenz ngm, Kopenhagen (Dänemark) (Laura Hoth)

06/2024: Die Auswirkungen des Klimawandels auf regionale Veranstaltungen

Ein VR-Planspiel zur Vermittlung von Klimaanpassungskompetenzen in der Eventaus und weiterbildung (Workshop von Studierenden für Studierende); Event Education Symposium, Hochschule Hannover, 13.6.2024 (Kim Werner, Kai-Michael Griese, Laura Hoth)

06/2024: “Student perspectives on VR-based business simulation games in event management

Using virtual reality to communicate the impact of climate change on the event industry”, Wissenschaftlicher Vortrag im Rahmen der Konferenz The INC, Amsterdam (Niederlande) (Kim Werner, Laura Hoth)

05/2024: “Linking climate change mitigation and adaptation strategies in events and tourism

A Case Study of Bad Essen, Germany”, Wissenschaftlicher Vortrag im Rahmen der Konferenz INVTUR, Aveiro (Portugal) (Laura Hoth)

10/2023: “Die Akzeptanz von Klimaanpassungsmaßnahmen in der Veranstaltungsbranche

Ein empirischer Überblick am Beispiel der Gemeinde Bad Essen“, Wissenschaftlicher Vortrag im Rahmen der Wissenschaftlichen Konferenz Eventforschung, Berlin (Laura Hoth, Kai-Michael Griese, Kim Werner)