Klimatische und andere externe Risiken lassen sich nicht vollständig
verhindern und keine Veranstaltung kann eine absolute Sicherheit
gewährleisten. Umso wichtiger ist es, dass für den Eintrittsfall geeignete
Strategien zur Bewältigung möglicher Auswirkungen vorbereitet und
implementiert werden.
Jede Veranstaltung ist individuell. Erst eine standort-, format- und
situationsbezogene Risikoanalyse einschließlich Gefährdungsbeurteilung
ermöglicht die Ableitung passgenauer Maßnahmen für den jeweiligen
Veranstaltungsfall.
Die bereitgestellten Inhalte basieren auf einer Planung unter Berücksichtigung
realistischer Worst-Case-Szenarien. Sie dienen als fachliche Orientierung und
stellen allgemeine Empfehlungen dar. Neben den organisatorischen und
technischen Maßnahmen liegt ein Teil der Verantwortung jedoch auch bei den
Besucher*innen selbst.
Langfristige, präventive Maßnahmen, die bereits in der Planungsphase berücksichtigt werden sollten – etwa bei der Standortwahl, Infrastruktur oder Kommunikation.
Kurzfristige Maßnahmen, die unmittelbar vor und während der Veranstaltung greifen, zum Beispiel bei hohen Temperaturen bzw. ab bestimmten Grenzwerten.
Schon in der frühen Planungsphase lassen sich viele Schritte einleiten, um die negativen Auswirkungen von Hitze auf Besucher*innen und Mitarbeiter*innen zu verringern. Dabei sollten nicht nur Veranstalter*innen selbst aktiv werden: Auch Gastronomie, Stadtplanung, Rettungsdienst, Feuerwehr oder das Technische Hilfswerk können wichtige Partner*innen in der Vorbereitung sein.
Einrichtung von Trinkwasserstationen am Netz oder zusätzliche mobile Wasserspender.
Regelmäßige Qualitätskontrollen in Abstimmung mit Stadtwerken, Gesundheitsamt oder Feuerwehr.
Gute Sichtbarkeit durch klare Beschilderung.
Einbindung bestehender Trinkbrunnen sowie Planung neuer Anlagen gemeinsam mit Stadtplanung und Gesundheitsamt.
Vereinbarungen mit Gastronomiebetrieben, damit Trinkwasser kostenlos oder zu einem reduzierten Preis abgegeben wird.
Bereitstellung von Mehrwegflaschen oder Bechern in der Nähe der Wasserstellen zur hygienischen und nachhaltigen Mitnahme des Wassers.
Ausreichend Toiletten, inkl. barrierefreier Austellerbuden, damit Besucher*innen ohne Hemmnisse genug trinken – besonders relevant für ältere Menschen.
Tipp: Erstellen Sie eine interne Aufgabenliste, in der Zuständigkeiten für Reaktionen auf Hitzeereignisse klar festgelegt sind. So bleibt auch in stressigen Momenten der Planung und Durchführung der Veranstaltung stets der Überblick gewahrt.
Etwa drei bis vier Tage vor Aufbau- bzw. Veranstaltungsbeginn sollten die Wetterprognosen aufmerksam beobachtet werden, um realistische Prognosen abzuleiten. So können Sie frühzeitig einschätzen, welche Temperaturen und Hitzebelastungen zu erwarten sind – und welche Maßnahmen notwendig werden.
Zur Bewertung empfehlen wir den sogenannten WBGT-Index (Wet Bulb Globe Temperature)*, der auch bei (internationalen) Sportveranstaltungen zunehmend eingesetzt wird. Im Unterschied zur einfachen Lufttemperatur berücksichtigt der WBGT auch Luftfeuchtigkeit, Sonneneinstrahlung und Wind. Damit lässt sich das tatsächliche Wärmebelastungsrisiko realistischer einschätzen – insbesondere für Besucher*innen und Mitarbeiter*innen im Freien.
Es gibt bereits verschiedene WGBT-Apps, z.B. WBGT Index-Wetter & Training (iOS) oder WBGT App (Android).
Hinweis: Die WBGT-Werte werden in Grad Celsius angegeben, entsprechen aber nicht der normalen Lufttemperatur. Ein WBGT-Wert von 28 °C kann z. B. bereits bei Lufttemperaturen um 33–35 °C erreicht werden. » Weitere Infos zum WBGT
Keine akuten Maßnahmen erforderlich.
Weiterhin regelmäßiges Wettermonitoring, z. B. über den Deutschen Wetterdienst (DWD) oder Satelliten-Wettersysteme.
Kommunikation ist entscheidend:
Alle Maßnahmen sollten deutlich sichtbar und/oder über Informationstafeln, Medien bzw. Social Media angekündigt werden.
Die Hitzebelastung erreicht ein kritisches Niveau. Ohne gezielte Maßnahmen drohen Kreislaufzusammenbrüche und gesundheitliche Notfälle.
Die gesundheitlichen Risiken sind sehr hoch. Aufenthalte im Freien sind nur noch eingeschränkt zumutbar.
Die Berechnung erfolgt nach ISO 7243 / DIN EN 27243 auf Basis von drei Messgrößen:
Für Außenbereiche gilt die Formel:
WBGT = 0,7 × Tnwb + 0,2 × Tg + 0,1 × Ta
Für Innenräume oder schattige Außenbereiche (ohne direkte Sonneneinstrahlung):
WBGT = 0,7 × Tnwb + 0,3 × Tg
Die einfache Angabe von „30 °C im Schatten“ reicht nicht aus, um das Hitzestressrisiko realistisch zu erfassen – gerade bei: